... Einen Hinweis weshalb findet Ihr in den ersten Gedichten unten rechts auf meiner schlechten Lyrikseite. Dafür gibt es Neues: Am Freitag, den 25.5., fand der erste von einer Reihe von Literatursalon-Abenden, die ich in den kommenden Monaten in dem schicken, neuen Private Members Club Aspria Uhlenhorst an der Hamburger Alster moderieren werde. Think purple Chesterfields, fireplaces and in the summer, a huge, sunny terrace. Dazu Wein und Literatur, zum Auftakt mit dem Hamburger Autor und heutigen Guardian Journalisten Philip Oltermann (siehe rechts im Bild). Sein Lebenslauf liest sich wie meine, nur umgekehrt: In Schleswig-Holstein aufgewachsen und als Teenager nach London gezogen. Im Frühjahr erschien sein wunderbares Buch "Keeping Up With The Germans" über das Verhältnis der Deutschen und Briten. Ein schönes Gespräch, eine kurze Lesung des Autors, eine lebhafte Diskussion mit dem Publikum. Fazit des Abends: Großbritannien und Deutschland sind wie Geschwister; sie hassen und lieben sich - und können einfach nicht ohne einander.
Seit sechs Jahren lebe ich in Hamburg. Und immer noch faszinieren mich hier Dinge, die so anders als in meiner englischen Heimat sind. Warum sind so viele Deutsche tätowiert? Wie kommt es, dass man sich über Kitakosten aufregt, wenn man in London das Dreifache dafür ausgeben muss? Und was für eine Lebensqualität hat man mit dem Elbstrand, wenige Minuten vom Stadtzentrum entfernt! In diesem Blog möchte ich gerne einige meiner Eindrücke und Gedanken als Britin in Hamburg teilen. Happy reading.
Montag, 28. Mai 2012
It's been a while..
... Einen Hinweis weshalb findet Ihr in den ersten Gedichten unten rechts auf meiner schlechten Lyrikseite. Dafür gibt es Neues: Am Freitag, den 25.5., fand der erste von einer Reihe von Literatursalon-Abenden, die ich in den kommenden Monaten in dem schicken, neuen Private Members Club Aspria Uhlenhorst an der Hamburger Alster moderieren werde. Think purple Chesterfields, fireplaces and in the summer, a huge, sunny terrace. Dazu Wein und Literatur, zum Auftakt mit dem Hamburger Autor und heutigen Guardian Journalisten Philip Oltermann (siehe rechts im Bild). Sein Lebenslauf liest sich wie meine, nur umgekehrt: In Schleswig-Holstein aufgewachsen und als Teenager nach London gezogen. Im Frühjahr erschien sein wunderbares Buch "Keeping Up With The Germans" über das Verhältnis der Deutschen und Briten. Ein schönes Gespräch, eine kurze Lesung des Autors, eine lebhafte Diskussion mit dem Publikum. Fazit des Abends: Großbritannien und Deutschland sind wie Geschwister; sie hassen und lieben sich - und können einfach nicht ohne einander.
Samstag, 25. Februar 2012
Our Mutual Friend
Vor wenigen Wochen hat die Welt den 200-jährigen Geburtstag von Charles Dickens gefeiert – auch ich habe auf den Autor mit der einen oder anderen Tasse Tee angestoßen und zum Anlass Werke wie die fantastische, neue Biografie von Claire Tomalin (siehe rechts) gewälzt; schließlich gehört Dickens zu meinen absoluten Autorenfavoriten. Wie bitte? würden einige vermutlich hierzulande sagen. Der Verfasser von solch langatmigen und sentimentalen Werken wie die Geschichte von Oliver Twist? Nun, um meine Argumente für Dickens zu hören, brauchen Sie nur rechts auf den Link zu meinem (kurzen) Radiobeitrag zu klicken. Und: ich war nicht die Einzige an diesem Tag in Feierlaune. Google hatte seinen Logo entsprechend gestaltet. Prinz Charles leitete einen Gedenkgottesdienst in Westminster Abbey. Der britische Schauspieler Simon Callow („Amadeus“) war Star der Feierlichkeiten in Dickens’ Geburtstadt Portsmouth. Auch die Twitteruser waren eifrig dabei, den Autor zu gedenken: „Twitter ist wie ein Dickens Roman – 140 characters, viele alberne Namen und es hört nie auf“ twitterte Satiriker und Autor Stephen Fry. Ein anderer User schrieb: „Angeblich lesen wir weniger Dickens, weil unsere Aufmerksamkeitsspanne zu, na Du weißt schon... Egal“. Der bester Kommentar stammte meiner Meinung nach von dem amerikanischen Schauspieler Michael McKean (sorry an allen Lesern in den Staaten): „Dear England, Thank you for Dickens. Is Little Nell still dead? Love, The States“.
Freitag, 11. November 2011
Zeitdürre
Am Fischstand drängelt sich eine junge Frau vor. Als wäre es das Natürlichste der Welt, stellt sie sich am Anfang der Schlange. Ich muss zugeben, dass mich ihre Nonchalance etwas aufregt, obwohl ich Britin bin, es besser wissen müsste und der Spruch „keep calm and carry on“ angeblich zu meinem DNA gehört. Stattdessen bin ich einer dieser gestressten Mütter geworden, deren Stirn voller Falten ist wie ein Blatt Origami und den Buggy gegen den kalten Wind des Alltags – Arbeit, Kind, Arbeit... - schieben. Dabei bin ich nicht allein; die Zeitungen bestätigen es, es geht kaum ein Tag vorbei, an dem man nicht Begriffe liest wie „work-life-balance“ oder wie neulich, im britischen Radio, Wörter hört wie „time famine“. Kinder hungern in Afrika und wie haben eine Zeitdürre! Geduld scheint in unserer heutigen Zeit zunehmend Mangelware zu sein. Wir wollen alles. Neulich im Restaurant wollte ein Gast ein Gericht auf so viele Weisen anders im Menü stehend bestellen (statt Röstkartoffeln Bratkartoffeln; statt Rehkeule Lammkeule, statt Soße Salat..) – da hätte ich ihm am liebsten gefragt, „warum kommen Sie überhaupt ins Restaurant? Sie sind doch nicht bei Ihrer Mutter!“ Bescheidenheit is a thing of the past. Die Randalierer im Sommer in London waren so arm, dass sie ihren Protest mit ihren Blackberrys organisieren mussten. Dennoch: Gerade hier, wo Polizeiwagen und Geschäfte brannten und im Londoner Stadtteil Tottenham die Rioters in ein Einkaufszentrum einbrachen, bildeten genau diese laut Polizeibericht eine ordentliche Schlange, um am helllichten Tag ein Sportgeschäft zu plündern. Auch ich lasse an der Kasse inzwischen nur noch Leute vor: die in Eile, die mit nur wenige Waren, die, die nett drum bitten. Sollen die hinter mir wegen meines Verhaltens kochen und zischen. Ich bin großzügig, Meisterin im Schlangestehen und für meine deutschen Mitbürger ein Vorbild.
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